Dienstag, 13. Oktober 2009

Augen auf beim Mantelkauf

Kaum hat man Oktober, da ist auch schon Dezember. Es gibt wieder Weihnachtsgebäck in den Geschäften und Christbaumschmuck überall. Man lässt uns bereits jetzt wissen, dass Weihnachten nicht mehr weit ist. Und natürlich ist der Winter nicht nur Weihnachts-, sondern auch Mantelzeit.
Wer noch einen Mantel für den herannahenden Winter sucht, beginnt langsam sich umzuschauen. Deshalb habe ich beschlossen auch meine Tipps für den Wintermantelkauf zu sammeln und zu veröffentlichen. Vielleicht hilft es noch der einen oder anderen weiter.
Um ganz ehrlich zu sein, ich selbst bin eine große Mantelliebhaberin. Ich habe als Teenager beschlossen keine Jacken mehr tragen zu wollen, sondern nur noch Mäntel. Sie sehen gut aus und halten auch noch wärmer. Dementsprechend kurz ist bei mir die „Übergangszeit“ und dementsprechend groß mein Fundus. Und was ich in den Jahren an Erfahrung gesammelt habe, gebe ich gerne weiter.
Natürlich hängt der Einkauf von verschiedenen Faktoren ab, zuerst sollte sich aber jeder selbst folgende Frage beantworten: „Was will ich eigentlich?“.
Suche ich einen Zweit- oder Drittmantel? Habe ich eigentlich schon genug und möchte nur ein zusätzliches schönes Teil haben? Oder will ich mir meinen allerersten Lolita Mantel anschaffen?
Brauche ich einen Mantel der besonders gut wärmt, besonders robust ist oder der auch zu anderen Sachen passt, nicht nur Lolita?
Diese Dinge sollte man geklärt haben, bevor man sich auf die Suche macht.
Zusätzlich gibt es generelle wichtige Punkte, die man immer beachten sollte.
Zum Beispiel sollte man darauf achten, dass ein gefütterter Mantel mit zumindest einem echten Wollanteil deutlich besser wärmt und auch gegen feuchtes und zugiges Wetter besser schützen kann.
Und dunkle Farben sind immer weniger empfindlich als helle. Deshalb ist es besonders empfehlenswert auf dunklere Farben zurückzugreifen, wenn man seinen Mantel vor allem zur Schule, Universität oder einem anderen Ort ohne vernünftige Garderoben tragen will.


Babydoll-Mantel von Baby, the Stars Shine Bright, Dufflecoat von Angelic Pretty und Trenchcoat von Baby, the Stars Shine Bright. 
 (Quelle: http://www.angelicpretty.com/ und  http://www.flickr.com/groups/lolita_stockphotos/pool/)

Gehen wir doch zu Anfang erstmal davon aus, dass wir auf der Suche nach dem ersten, möglichst sofort perfekten Mantel für Lolita sind. Ich werde euch nicht sagen „Kauft Mantel X bei Geschäft Y“, sondern allgemeine Hinweise geben, worauf ihr achten solltet egal welches Preisniveau oder Geschäft ihr wählt.
Beim ersten Mantel ist es sinnvoll darauf zu achten, dass er ein wenig länger ist als alle Röcke oder Kleider, die ihr darunter tragen wollt. Dann müsst ihr nicht darauf achten, ob der Mantel zum speziellen Muster eures Kleides passt oder auch nur zur Farbe. Der Mantel muss dann nur noch zu eurem Schuhwerk und den Strümpfen passen.
Als zweites solltet ihr euch überlegen, was bei euch die vorherrschende Farbe oder das vorherrschende Farbschema ist, dass ihr an euren Füßen tragt. Ist es eher schwarz oder dunkle Farben? Oder tragt ihr eher helle Schuhe? Denn wenn ihr hauptsächlich Farben wie Rosa oder Weiß tragt, dann sähe ein schwarzer Mantel schnell unpassend dazu aus.

Hauptsächlich dunkle Schuhe = dunkler Mantel.
Vorherrschend helle Schuhe = heller Mantel.

Die im Allgemeinen sinnvollsten Farben für den ersten Mantel sind Schwarz, Grau und Creme.
Diese Farben sind sehr neutral und passen zu den meisten anderen Tönen. Schwarz kann man z. B. gut zu Schwarz, Dunkelrot, Dunkelbraun, Blau und den meisten kräftigen Farben tragen. Creme passt sehr gut zu Pastelltönen, Braun, Rot und graustichigen/gedeckten Farben wie z. B. Altrosa oder Olivgrün.


 (Quelle:  http://www.innocent-w.jp/shopping/outer/outer.htm)

Desweiteren solltet ihr darauf achten, dass der Mantel vorn gut schließt und genug Platz für euren kräftigsten Petticoat plus Kleid bietet. Eventuell kauft direkt eine Nummer größer als ihr sonst tragt, dann könnt ihr bei Bedarf noch eine dickere Jacke unter dem Mantel tragen. Bedenkt, dass Lolitakleidung durch die ganzen Lagen grundsätzlich mehr Platz einnimmt als nur eine Schicht Pullover.

Außerdem sollte der erste Lolita-Mantel möglichst ein schlichtes Modell und einfarbig sein. So lasst ihr euch Raum zur eigenen Gestaltung. Ihr könnt z. B. Schleifen an Broschen auf dem Mantel befestigen oder einen farbigen Schal passend zu den Schuhen und Handschuhen tragen. Auch abnehmbare Plüschkragen können das Aussehen eures Mantels enorm verändern. Also schafft euch eher einen schlichten Mantel und dafür fünf verschiedene Kragen an, die ihr immer passend zum Rest des Outfits wählen könnt. So habt ihr mehr Möglichkeit zu variieren und es wird nicht so schnell langweilig.


( Quelle: http://www.flickr.com/groups/lolita_stockphotos/pool/)

Manchmal lohnt es sich auch einen Mantel zu kaufen und zu verändern. Ich habe z. B. einmal einen Mantel bei Orsay günstig im Schlussverkauf bekommen. Leider hatte er nur 3/4-Ärmel, dafür bot er genug Platz für einen Petticoat. Also kaufte ich den hellen Mantel und weißen Webpelz. Jetzt hat der Mantel Ärmelaufschläge aus Webpelz und sieht mit einem passenden Aufsatzkragen deutlich luxuriöser aus als vorher. Und er hat eine normale Ärmellänge noch dazu!
Das wichtigste beim Mantel sind erstmal Form und Farbe, an Details kann man immer noch arbeiten.
All diese Dinge treffen natürlich auch auf diejenigen zu, die ihren Zweit-, Dritt- oder Fünfzehntmantel suchen. Aber wer schon die am häufigsten genutzten Farben abgedeckt hat, hört eventuell auf nach einem Mantel zu suchen, der zu möglichst vielen Dingen passt. Manchmal ist es nur das Mantelschnäppchen, das gerade winkt, die absolute In-Farbe oder der besonders süße Schnitt. Aber man sollte nie vergessen auf Dinge wie Schnitt und Qualität des Mantels zu achten. Ob Babydoll, Prinzessschnitt oder andere: der Mantel muss sehr weit ausgestellt sein um ein Lolita-Kleid darunter tragen zu können. Dann ist es auch egal, ob ihr lieber etwas mögt, das nach Trenchcoat oder Duffelcoat aussieht oder doch lieber romantisch mit Webpelz oder Schleifen verziert ist.
Man sollte außerdem bedenken, dass ein Schnäppchen keines sein muss, wenn im Endeffekt doch nicht alles so ist, wie man es sich vorgestellt hat. Es müssen immer einige Zentimeter Platz für dicke Kleidung einberechnet werden, also kauft euch keinen Mantel, dessen Größenangabe genau euren Maßen entspricht. Und kauft keine Farben, zu denen ihr erst noch die passenden Schuhe, Accessoires und Hüte braucht! Ein Outfit passend zum Mantel zu gestalten kann zwar schön sein, aber auch ganz schön teuer! Überlegt euch also besser vorher, was ihr schon habt das zu eurem neuen Traummantel passen sollte.

 
Sehr schöner Mantel, aber schwer zu kombinieren.  (Quelle:  http://www.angelicpretty.com/)

Montag, 12. Oktober 2009

Outfit des Monats Oktober

Wie versprochen gibt es jetzt das erste Outfit des Monats!
Ich wurde hierfür von einem beeindruckenden Paar Stiefel der Marke Baby Phat inspiriert. Leider scheinen sie in den meisten Farben und Größen überall ausverkauft zu sein. Aber Frauen mit kleineren Füßen empfehle ich ebay, dort habe ich einige Farben in Größen zwischen 37 und 39 gesehen, sowie ein Paar in braun bei TK Maxx Krefeld.
Ich habe Stiefel mit einem Pelz-Cape, langen Handschuhen und einer Strumpfhose kombiniert um es ein wenig herbsttauglicher zu machen. Im nächsten Monat wird es wohl trotzdem etwas wärmeres werden!


Sonntag, 11. Oktober 2009

Ihr habt abgestimmt!

Ich habe letzte Woche eine Umfrage gestartet und ihr habt abgestimmt! 
Und zwar für ein klares Unentschieden zwischen Outfit des Monats und Fantastischer Fund. ;)
Da die Reihe Outfit des Monats wohl im Vergleich weniger Arbeitsaufwendig zu sein verspricht, habe ich entschieden beide Reihen zeitgleich einzuführen!
Das heißt aber nicht, dass ich in Zukunft mit allen Unentschieden so verfahren werde ;)
Das Outfit des Monats Oktober wird also noch folgen, sowie mein erster fantastischer Fund. Seid gespannt!
Außerdem werde ich einen Artikel mit Tipps beim Mantelkauf veröffentlichen! Als Handreichung für diejenigen, die gerade noch nach einem Mantel für Herbst oder Winter Ausschau halten.
Das angekündigte Bodyline-Review wird auch bald folgen, allerdings aufgeteilt auf mehrere Etappen. Es würde sonst doch etwas zu lang.
Als letztes kündige ich noch an im Anschluss direkt eine neue Umfrage zu starten und ich hoffe auf rege Teilnahme! ;)
Vielen Dank!

Dienstag, 6. Oktober 2009

Lolita Einführung, Teil 2: Was sind „Stile“ ?

Wie ich schon in einem früheren Beitrag erwähnte, hat Lolita-Mode verschiedene Untergruppen ausgebildet, die sogenannten „Stile“.
Da es schon einige sehr schöne und ausführliche Sammlungen mit Erklärungen gibt, möchte ich darauf in meinem Blog nur kurz eingehen. Dafür habe ich freundlicherweise die Genehmigung bekommen die Zeichnungen von Wachiki benutzen zun dürfen, um die Stile ein wenig besser erläutern zu können. Normalerweise bebildern ihre Zeichnungen die Kategorien bei Dunkelsüß
Bitte seht euch auch Wachikis wunderbaren anderen Werke auf ihrem DeviantArt Account an! :)

Lolita Stile bedeutet, dass man verschiedene Outfits gewissen Unterkategorien zuordnen kann.
Die bekanntesten dabei sind wohl Gothic Lolita und Sweet Lolita.

Gothic Lolita bedeutet, dass ein Outfit aus sehr dunklen Farben zusammengesetzt ist, am häufigsten Schwarz und Weiß. Wenn man vollständig schwarz trägt, kann man das Outfit auch Kuro Lolita nennen, was sich vom japanischen Wort für Schwarz (kuroi) ableitet. 


(Gothic Lolita und Kuro Lolita)

Im Gegensatz dazu stehen Sweet Lolita, mit besonders hellen oder bunten Farben, besonders verspielten Kleidern und Mustern, und Shiro Lolita, was der genaue Gegensatz zu Kuro Lolita ist. Denn Shiro Lolita bezeichnet ein vollständig weißes Outfit, da sich der Name hier vom japanischen Wort für Weiß (shiroi) ableitet. In Japan hört man statt dem englischen Wort „Sweet“ meist die Bezeichnung „Ama Lolita“, was die gleiche Bedeutung hat, da Ama sich vom japanischen Wort für süß (amai) herleitet. 
 

(Sweet Lolita und Shiro Lolita) 

Vom Stil Sweet Lolita spaltete sich der Stil Country Lolita ab, der, wie der Name schon sagt, an etwas ländliches erinnern soll. Dafür werden häufig Elemente wie Strohhüte und Körbe sowie Muster mit Früchten und Blumen genutzt.

Classic Lolita ist ein Stil, der vor allem durch schlichte Eleganz bestechen soll. Classic Lolita bedeutet meist gedeckte Farben und weiblichere Schnitte.
Casual Lolita, die einfachste und bequemste Form der Lolita-Kleidung, legt wie der Name schon sagt vor allem Wert auf bequeme, einfache Kombinationen wie z. B. Röcke mit Bluse oder T-Shirt.

(Classic Lolita und Casual Lolita) 

Und dann kommen wir schon zu den etwas ungewöhnlicheren Stilen:
  • Sailor und Pirate Lolita: Dort gibt es vor allem Matrosenkleidung und Accessoires, auch sehr gerne mal mit kleiner Anspielung auf Piraten.
  • Punk Lolita: Dort sollen Elemente des Punk mit dem Lolita-Stil kombiniert werden.
  • Die asiatischen Stile, wie z. B. Wa Lolita oder Qi Lolita: Diese asiatischen Stile versuchen Elemente traditioneller asiatischer Kleidung, wie z. B. Kimonos mit Lolita-Elementen zu verbinden.
 
 (Sailor Lolita, Pirate Lolita, Punk Lolita und Wa Lolita)
 
Ein wenig mehr aus dem bisherigen Schema heraus fallen die männlichen Stile Dandy und Kodona/Ouji. Dandy dürfte den meisten bekannt sein und bezeichnet einen Herren in gewählter, eleganter Herrenkleidung. Kodona oder Ouji( japanisch für Prinz) ist mehr die Entsprechung zur Lolita-Mode ist, nur eben mit Hose statt Rock, also die niedliche Variante eines Dandy. Allerdings wird Kodona/Ouji auch sehr häufig von Frauen getragen, es gibt also kein eindeutiges Männerkleidung/Frauenkleidung Schema.
Schließlich finden sich noch Aristocrat, eine elegante Unisex-Mode, bei der die Kleidung nicht niedlich wie bei Lolita ist und die Röcke auch bodenlang sind, und Ero Lolita, der einzige Lolita-Stil bei dem bewusst mit der Erotik gespielt wird, indem man z. B. Unterkleidung wie Bloomer oder Korsetts sichtbar lässt. Allerdings ist auch Ero Lolita kaum weniger hochgeschlossen als andere Lolita-Stile und ist eher an die Erotik in Zeiten angelehnt, als sichtbare Fußgelenke als aufreizend galten.


( Dandy, Kodona, Aristokrat und Ero Lolita)

Wer sich genauer über die verschiedenen Lolila-Stile informieren will, sollte sich bei folgenden Seiten umschauen: 
Gothic Lolita Info: Eine Seite mit vielen ausführliczhen Erläuterungen zu den Stilen, Bildern und weiteren Infos.
Das Lolita Handbuch auf Englisch. Kurzbeschreibungen zu den Stilen mit Zeichnungen.  Gibt es auch auf Deutsch.
Und das Lolita Lexikon von Dunkelsüß mit vielen Einträgen zu den Stilen und anderen wissenswerten Dingen.


Mittwoch, 30. September 2009

Lolita & Spiele Teil 1 , "Lolita dress up game"

Als kurzes "Zwischenspiel" wollte ich eine Beitragsreihe einführen, in der ich Lolita-relevante Spiele vorführe.
Das können PC- oder Internet-Spiele sein, aber auch alles andere das die Spiele-Welt so zu bieten hat.

Anfangen wollte ich mit einem kleinen aber feinen Spiel, dem "Lolita dress up game" von Claire Belton.



Es befindet sich auf DeviantArt unter ihrem Account Queen of Dorks. Claire Belton ist Illustratorin und trägt selbst Lolita. Einige kennen bestimmt das von ihr gestaltete Cover der zweiten Ausgabe der englischen Gothic& Lolita Bible. Demnach hat sie auch ihre eigenen Erfahrungen und Vorlieben bei der Gestaltung des Spiels eingebracht.
Claire Belton betreibt die Seite Cute Plush, auf der sie selbstgemachte Kleinigkeiten wie Schmuck, Accessoires und selbstgestaltete Shirts anbietet.
 Für das Lolita dress up game hat sie einen kleinen Raum gestaltet, in dessen Mitte auf einem Podest ein Mädchen steht. Dieses kann man mit fast allen im Raum befindlichen Dingen dekorieren.
Sowohl die Kleider im Schrank auf der linken Seite, als auch die Rosen aus der Blumenvase und die Schleifen auf den Vorhängen lassen sich bewegen. Man sollte auch unbedingt die Bilder an den Wänden und die kleinen Pferdchen aus dem Karussel auf dem Boden ausprobieren! Mit diesen lassen sich wunderbar Röcke und Oberteile dekorieren.
Klickt man auf die Haare oder Kleidungsstücke des Mädchens, ändern sich deren Farben. Man kann alle Kleidungsstücke, aber auch Haut-, Augen- und Haarfarbe beeinflussen.
Und als besondere Zutat lässt sich auch der Hintergrund verändern, indem man auf das kleine Herz über dem Fenster klickt!
Man merkt wieviel Zeit in dieses kleine Spiel geflossen sein muss, denn es gibt Unmengen liebevoller kleiner Details und unendliche Möglichkeiten. Dadurch wird das Spiel nicht langweilig und man erwischt sich, wie man plötzlich schon eine Stunde lang Farben ändert und immer neue Outfits entwirft.  Mir ist das zumindest schon passiert!
Hier ein paar Kostproben von dem, was ich in dem Spiel schon gemacht habe:



Worauf wartet ihr noch? Probiert es auch aus!

Dienstag, 29. September 2009

Was ist Lolita-Mode und wo kommt sie her?

Im Jahre 2009 fand in Bonn zum ersten Mal der Dunkelsüß Lolita-Markt statt. Ziel des Marktes war den Liebhabern dieser Mode eine eigene kleine Messe zu geben, auf der junge Modelabel sich vorstellen und alle Interessierte sich informieren und mit Kleidung und Accessoires eindecken können. Als Macher haben wir uns natürlich noch mehr überlegt und hinter den Kulissen für Wochen gewerkelt und geplant. Und dabei ist auch ein Vortrag mit Präsentation entstanden, den ich am gesamten Markt-Wochenende mehrmals vor wechselndem Publikum vortragen durfte.
Scarletsedusa hat dafür eine wunderschöne Powerpoint-Präsentation aus unseren Bildern und Stichpunkten gebastelt (Sie kann wirklich beeindruckend gut mit Powerpoint!). Ich habe frei Schnauze einen Vortrag dazu geschrieben. Damit unsere Arbeit nach dem Markt nicht verpufft, habe ich den Text umgearbeitet und in Themenblöcke eingeteilt, die ich nach und nach hier veröffentlichen werden. Und vielleicht gibt es auch irgendwann nochmal einen Einsatz für die wunderschöne Präsentation!
Doch auch für Leute die den Vortrag auf dem Dunkelsüß-Markt gehört haben, heißt das jetzt nicht automatisch, dass sie den folgenden Artikel überspringen sollten!
Denn ich habe den Originaltext wirklich großzügig überarbeitet um ihn an das neue Medium anzupassen. Nicht alles was sich gut liest lässt sich auch gut vortragen und umgekehrt.
Und neue Abschnitte gibt es sowieso. ;)


Ich habe den Vortrag in folgende Artikel neu eingeteilt:
  1. Teil: Was ist Lolita-Mode und wo kommt sie her?
  2. Teil: Was sind „Stile“ ?

Und den letzten Teil, der hauptsächlich aus Beispielfragen mit Antworten bestand, habe ich durch einen persönlichen Erfahrungsbericht ergänzt. Denn schließlich sollten 8+ Jahre Beschäftigung mit dieser Mode auch zu was gut sein, außer einem überfüllten Kleiderschrank. (Und nichts zum Anziehen hat frau ja trotzdem immer!)
Demnach Teil 3: Und was wenn.....?


Teil 1: Was ist eigentlich Lolita-Mode?
Wenn ich in einem Satz zusammenfassen müsste, was Lolita-Mode ist, würde ich sagen ein historisierender Kleidungsstil, dessen Ziel es ist ein puppenhaftes Aussehen zu erreichen.
Historisierend ist diese Mode, weil sie vor allem an europäische Geschichte angelehnt ist und Elemente aus den Moden vergangener Epochen aufnimmt.
Entstanden ist diese Moderichtung in Japan in den 1970er bis 1980er Jahren und hat sich bis heute stark weiterentwickelt. Hier in Europa kam der große Boom in etwa um die Jahrtausendwende.
Mittlerweile kann man Lolita in viele verschiedene Untergruppen an Stilen einteilen, auf die ich später eingehe. Diese sogenannten Stile müssen als Kategorien entstanden sein, als Lolita-Mode immer facettenreicher wurde und bieten bis heute ein gutes Hilfsmittel zur Beschreibung. Sie ermöglichen es die Beschreibung eines Outfits genauer zu machen, da man in den Kategorien eine Eingrenzung dessen vornimmt, was in der Mode grundsätzlich möglich ist. Um es kurz zu sagen, man nimmt einen Teil vom großen Ganzen um den Bereich besser einzugrenzen. So steht z.B. der Stil Sailor Lolita für Kleidung im Lolita-Stil, die sich an Matrosenkleidung orientiert. Anstatt zu sagen: " Ich trage Lolita-Mode und habe mir ein Outfit zusammengestellt, dass an Matrosenkleidung erinnert", kann ich auch einfach sagen: „Ich trage Sailor Lolita“. Kurz und knapp.
Insgesamt wird viel Wert auf Sorgfalt, Qualität der Materialien und Zurückhaltung, im Gegensatz zur Freizügigkeit gelegt.
Wenn man sich einige Lolita-Outfits ansieht, dann wird man feststellen, dass insgesamt sehr wenig Haut gezeigt wird. Kleider verfügen nie über tiefe Ausschnitte und die Rocklänge ist deutlich länger als die moderner Mini-Röcke.
Die typischste Silhouette eines Lolita-Outfits setzt sich zusammen aus einem etwa Knielangen, glockenförmig ausgestellten Rock, einem figurnah geschnittenem Oberteil, häufig mit Puffärmeln aber immer hochgeschlossen und einer Frisur mit Accessoires wie Hüten oder Schleifen, oder ähnlichem. Außerdem wichtig sind blickdichte Strümpfe, elegante oder niedliche Schuhe, ein Petticoat und ein Paar Bloomer.

 (Gutes Beispiel eines Lolita-Outfits. Quelle: http://www.innocent-w.jp/)

Die Anleihen dieser Moderichtung reichen zurück über das viktorianische Zeitalter bis hinein zum Barock und Rokoko.

Aus dem Barock und Rokoko stammen z. B. Elemente wie ellenbogenlange Ärmel, Stehkragen, eckige Ausschnitte, Verzierungen mit vielen Schleifen und noch einige andere mehr.

(Bilder von Links nach Rechts: Madame de Pompadour von Francois Boucher. Queller: www.Wikipedia.de; Madame de Pompadour dress: http://www.candyviolet.com/; Bouquet Print dress:http://www.metamorphose.gr.jp/english/_gogo_lolita/pictures/index.htm; Ribbons and Cream dress: http://www.flickr.com/groups/lolita_stockphotos/pool/ )

Aus der viktorianischen Zeit sind vorallem die farbigen Strümpfe entlehnt, Kopfbedeckungen wie Bonnets und Zylinder, Matrosenkleider, geraffte Röcke mit Schößchen und vieles andere mehr.

 (Bilder von Links nach Rechts: Le Modes parisiennes 1844; http://www.innocent-w.jp/; http://www.marymagdalene.jp/; Matrosen-Kleid: http://www.metamorphose.gr.jp/english/_gogo_lolita/pictures/index.htm )

Doch die Entwicklung ist damit noch nicht abgeschlossen. Mittlerweile zählt ja auch schon das 20. Jahrhundert zur Geschichte und wird auch heute schon als historisches Element integriert, wie ein paar Beispiele zeigen, die sich auf die 60er Jahre beziehen, auf die Punk-Mode, oder die 80er und 90er Jahre.

 (Bilder von Links nach Rechts: Metamorphose Punkma biker dress:http://www.flickr.com/groups/lolita_stockphotos/pool/ ; Metamorphose Vintage Poodle JSK, ebenda ; Metamorphose Teddy Motors Mantelkleid: http://farm4.static.flickr.com/3040/2479253921_ffc399627c.jpg?v=0 ; Btssb Babydoll: http://www.flickr.com/groups/lolita_stockphotos/pool/)

Außer auf tatsächlich historische Elemente, nimmt Lolita-Mode aber auch Bezug auf ganz bestimmte Motive, die häufig aus Märchen stammen. Märchen wie Schneewittchen, Rotkäppchen oder Dornröschen geben immer wieder Inspiration für neue Kollektionen.
Eine besonders bedeutende Rolle nimmt dabei Alice im Wunderland ein. Alice-Motive finden sich mit Abstand am häufigsten, wie z.B. die Figuren aus der Geschichte selbst, oder Spielkartenmotive und Kronen.

  (Bilder von Links nach Rechts: BTSSB Rotkäppchen-Kleid:http://www.flickr.com/groups/lolita_stockphotos/pool/ ; Innocent World Schneewittchen JSK, ebenda ; BTSSB Alice Chess OP: http://www.flickr.com/groups/lolita_stockphotos/; http://www.fanplusfriend.com/catalog/Gothic_Lolita_Dress_JSK_DR00072_01.jpg)

Lolita ist eine sehr romantische und verspielte Moderichtung, deren Zielgruppe hauptsächlich junge Frauen und Mädchen sind. Doch auch außerhalb dieser Hauptzielgruppe gibt es viele Liebhaber der Mode, weshalb einige Marken spezielle Männerlinien eingeführt haben. Z.B. das japanische Label Alice and the Pirates, dass als Sub-Label von Baby, the Stars Shine Bright entstanden ist und Kleidung in Anlehnung an Piraten macht (Fluch der Karibik lässt grüßen!), produziert bestimmte Kleidungsstücke sowohl in Herren- als auch Damengröße. Und eine Altersbegrenzung dafür modisch zu sein, gibt es grundsätzlich nie!

Donnerstag, 24. September 2009

Hang on there!

Noch ist es hier leer und alles neu und im Aufbau, aber ich habe mir bereits vor der Eröffnung dieses Blogs Gedanken gemacht, worüber ich eigentlich schreiben will.

Einige Themen sind bereits in Arbeit, andere brauchen noch Zeit um zu reifen. Doch in der Zwischenzeit will ich nicht untätig dasitzen. So ein Blog füllt sich schließlich nicht von alleine.
Deshalb möchte ich schon jetzt eine Ankündigung machen mit den Themen, die euch demnächst hier erwarten.
Zunächst arbeite ich an einem ausführlichen Review über die japanische Marke Bodyline. Einige erinnern sich vielleicht noch, wie verrufen dieser Name noch vor Jahren war. Doch heute wird Bodyline von vielen als eine günstige, gute Alternative zu den teuren japanischen Marken empfohlen und gerade Anfängern in der Mode ans Herz gelegt. Man sagt, Bodyline habe seine Qualität verbessert.
Deshalb habe ich mich entschlossen ein ausführliches Review zu allen Artikeln zu schreiben, die ich bisher von Bodyline gekauft habe und euch auch mein Fazit zu deren Qualität und meine Einschätzung von Bodyline nicht zu ersparen.
Außerdem möchte ich den Anfängern und Skeptikern eine Anleitung an die Hand geben, worauf man beim Kauf achten sollte, WENN man sich denn zu einem Einkauf bei Bodyline entschließt.
Mein Erfahrungsbericht wird sich dabei auf die Erfahrungen beim Bestellvorgang, Lieferung und Service stützen und hauptsächlich auf die Beurteilung von einem Mantel, drei Röcken, einer Bluse, 7 Paar Schuhen und den Dingen die ich bei Freundinnen eingehender beurteilen konnte.

Außerdem plane ich für die nähere Zukunft einen regelmäßigen Fragen-Block einzuführen und dafür brauche ich dann eure Hilfe! Denn ich werde eine bestimmte Anzahl an Leser-Fragen sammeln und diese dann in einem Beitrag als Frage-Antwort Aufzählung veröffentlichen. Ihr habt dafür die Möglichkeit mir eure Fragen zu schicken und wahlweise mit oder ohne Namen zitiert zu werden. Die Bedingung dafür ist natürlich, dass die Fragen sich zumindest entfernt mit Lolita-Mode beschäftigen sollten und ihr euch im Klaren seid, dass ich nur subjektive Antworten auf eure Fragen geben kann. Aber wenn euch meine Meinung dazu interessiert, immer her mit den Fragen!
Los geht es, wenn genug Fragen eingegangen sind. ;)

Als nächstes wird ein allgemeiner Beitrag zur Lolita-Mode folgen, der aus dem Lolita-Vortrag auf dem Dunkelsüß Lolita-Markt 2009 entstanden ist.